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Dernbach. Bei der"British Night" spielten kürzlich Weltstars der 60erJahre in Dernbach. Wir sprachen mit Organisator und Stringbeats Frontmann Frank Orth über das Konzert, wie er diese Leute in den Westerwald gelockt und ob sich der Aufwand gelohnt hat.

 

Casey Jones ist 76 Jahre alt. Ihn ein Konzert eröffnen zu lassen, klingt gewagt. Ist das aufgegangen?
Oh ja. Er hat nach einer längeren Pause erstmals wieder mit seinen Governors zusammengespielt und ein Bombending hingelegt. Es war fantastisch, was für einen Auftritt er hingelegt und wie er die Stimmung aufgeheizt hat. Als er zum Schluss seinen Song "Jack the Ripper” gegeben hat, sass keiner mehr. Das war wahnsinnig gut,

 

Konnte Graham Bonney da im Anschluss mithalten?
Ja, konnte er. Der Sunnyboy der Nation war ja schon zum zweiten Mal in Dernbach und ist gleich auf das Publikum zugegangen. Für mich persönlich war es gigantisch, dass er uns, die StringBeats, nach seinem Song "Pretty Woman" auf die Bühne geholt hat. Das waren dann 20 gemeinsame Minuten Rock'n'Roll live: Peggy Sue, Johnny be good und schließlich als absolute Krönung Rockin' all over the world. Da hat wieder der ganze volle Saal auf den Stühlen gestanden. Super!

 

Dann kam Tony Sheridan. Wie war er?
Tony hat die Songs, die er mit den Beatles gemacht hat wie z.B. 'Yesterday', 'My Bonnie' und seinen Erfolgshit 'Skinny Minny' in seiner eigenen Interpretation gespielt und etwas Jazz und Blues hineingebracht. Musikalisch war Tony mit seinen Jungs Nacho Campos und Victor Gomez sehr gut drauf, im Publikum wurde es etwas ruhiger.

 

Aber Sie haben das mit den Stringbeats danach wieder ausgeglichen?
Wir haben zumindest bis 2 Uhr abgerockt, und es ist kaum einer vorher gegangen. Unserer Rockröhre Martina war besonders gut drauf, muss ich sagen. Genauso wie unser Schlagzeuger, der mit dem Schlagzeuger von Tony Sheridan bei "Hang on Sloopy` noch ein viertelstündiges Solo gegeben hat. Und Tony selbst kam auch noch einmal auf die Bühne. Für mich persönlich war es toll, dass er zu mir gesagt hat, dass ich sein Skinny Minny als Zugabe singen soll.

 

Sie sind auch von Ortsbürgermeister Heinz-Rudi Becker für ihr Engagement, solche Konzerte in Dernbach auf die Beine zu stellen, geehrt worden.
Er hat mir einen Teller und eine Chronik von Dernbach überreicht, was mich sehr gefreut hat. Aber ich muss das Kompliment zurückgeben. Auch Heinz-Rudi Becker hat uns sehr geholfen. Außerdem muss ich Georg Wolf danken, der nicht nur auf dem Keyboard mitgespielt, sondern den Abend auch fantastisch moderiert hat.

 

Kommen wir zurück zur Organisation des Konzertes. Solche Stars spielen nicht umsonst, und in Dernbach ist der Platz begrenzt. Wie geht die Rechnung auf?
Da muss ich zurück in die '60er. Die StringBeats gab es von '66 bis '68, danach hat uns die Bundeswehr zerstört. '92 haben wir bei meinem 45. Geburtstag wieder angefangen. Von daher feiern wir in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen der neuen StringBeats. Und da haben wir gesagt: Das lassen wir uns was kosten und holen ein paar richtig gute Leute. Glücklicherweise haben wir außerdem noch ein paar Sponsoren gefunden.

 

Und wie sind Sie an diese Leute herangekommen?
Tony Sheridan habe ich zu meinem 60. Geburtstag gebucht, seitdem haben wir ein super Verhältnis. Er will sogar, dass ich ihn manage, was vorher seine Frau gemacht hat. Durch Tony habe ich auch viele andere kennen gelernt. Außerdem bin ich mit Governors-Urgestein Jim Redford befreundet. Er hat den Kontakt zu Casey Jones vermittelt.

 

Noch einmal zurück zum Aufwand: Hat er sich Ihrer Meinung nach gelohnt?
100-prozentig. Wir hatten dieses Mal gut 350 Gäste. Bei dem Konzert 2008 waren es 280, ein Jahr später bei Graham Boney 320 und nun wieder mehr. Es steigert sich also und das macht natürlich Lust auf mehr. Außerdem haben wir bei dem Konzert CD’s und vor allem Schallplatten verkauft. Wenn man dann noch sieht, dass die Besucher teilweise aus Wien und Hamburg nach Dernbach gekommen sind, spornt das noch mehr an.

 

Das heißt, es gibt auch im nächsten Jahr wieder eine British Night?
Die Sache ist finanziell letztlich null auf null aufgegangen. Von daher machen wir es noch mal, solange ich das durchhalten kann... Derzeit plane ich eine "Starclub Night” und stehe auch schon mit Kingsize Taylor und Lee Curtis in Verbindung.

 

Wird die wieder in Dernbach stattfinden oder wollen Sie umziehen?
Es ist nicht immer einfach, die Leute in den Westerwald zu locken. Aber ich wohne in Dernbach. Und die Halle ist für ein solches Event optimal, vor allem die Akustik ist sehr gut, Wir bleiben da!

Das Interview führte Ulf Steffenfauseweh.

 

 

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